Yi 360 VR

Heute werfen wir einen ersten Blick auf die Yi 360 VR-Kamera, die eine 5,7k-Auflösung zu einem super günstigen Preis bieten soll. Sie ist somit die erste 360-Kamera von Yi Technology mit der bislang höchsten Auflösung für Consumer 360-Kameras mit 5,7K. Auf der diesjährigen NAB Show, eine internationale Ausstellung und Kongress für digitale Medien in Las Vegas, wurde die Yi 360 VR Kamera das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der erste Eindruck

Nun ist dies definitiv ein großartiges Werkzeug für alle, die beginnen möchten, immersive Inhalte zu erstellen, wo ein 360 Grad Rundblick sinnvoll ist. Interessant ist vor allem die Möglichkeit mit dieser Kamera live OnAir zu gehen. Wie wäre es z.B. ein Konzert live in 360-Grad-Perspektive zu streamen? Oder einfach aufnehmen und im Anschluss direkt von dieser Kamera auf YouTube, Facebook, und andere diverse Plattformen hochzuladen? Beides ist mit der Yi 360 VR möglich. Die Auflösung reduziert sich beim Livestream allerdings auf 2.7k. Immer noch sehr sehr cool. [edit: Mittlerweile gab es ein Update, so dass das Live-Streaming jetzt auch in 4K erfolgen kann.]

 

Spezifikationen im Überblick

Yi 360 VR Spezifikationen

Wie schon erwähnt besitzt die Yi 360 VR eine 5,7k Auflösung für Foto und Video. Was das eigentlich bedeutet, zeigt ein Vergleich mit den Auflösungen zweier ebenfalls beliebter Consumer-Kameras. Die Auflösung der Kamera Yi 360 erzeugt ca. 5760 x 2880 16,6 Megapixel. Das ist mehr als die Fotoauflösung der Ricoh Theta S (5376 x 2688) oder der Gear 360 (2017er Version), welche mit 5472 x 2736 Pixel auflöst! Ein weiterer Plus-Punkt ist das automatische kamerainterne Stitching in 4k. Somit braucht man sich keine Sorgen machen, wie man die beiden Einzelquellen zusammenfügen kann und man spart sich die Kosten für eine externe Software. Apropos Software, Yi bietet zusätzlich noch eine gratis Software (YI 360 Studio) für Windowsrechner zum download an.

Hier nun weitere technische Details im Überblick:

Linsen Zwei 220-Grad-Fischaugenobjektive
Blende f / 2,0
Sensoren zwei 1 / 2,3 Zoll Sony 12MP CMOS IMX377 Sensoren
Prozessor Ambarella H2V95
Video Auflösung 5.7K (5760×2880) / 30FPS
5 K (5120 x 2560) / 30 FPS
4K (3840×1920) / 30FPS
2.5K (2560×1280) / 60FPS
2.5K (2560×1280) / 30FPS
2K (1920×960) / 60FPS
2K (1920×960) / 120FPS
Fotoauflösung 5760 x 2880
Live-Streaming 4K (3840 x 1920)
bis zu 6mbps
Facebook, YouTube, benutzerdefiniert
ISO 100 bis 800 (Foto)
400 bis 6400 (Video)
W-lan 802.11a / b / g / n / ac 2,4 GHz und 5 GHz (BCM43455)

100mbps

Bluetooth Bluetooth 4.2
Kompatibilität iOS, Android, Windows
Maße 102×53.2×29.6mm
Gewicht 170g

Eine der erstaunlichsten Spezifikationen ist meiner Meinung nach der Preis. Für nur 399 Euro soll diese Kamera noch 2017 auf den Markt kommen. Das ist somit fast die Hälfte des Preises einer Garmin Virb 360 (ebenfalss 5.7k) und weniger als die ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinende GoPro Fusion (5.2k).

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Bildqualität

Auf dem Papier sieht das Yi 360 VR einfach toll aus. Aber was letztendlich zählt, ist natürlich die Bildqualität. Mittlerweile haben wir selber ein Exemplar erhalten und konnten schon mehrere Test machen. Um es vorweg zunehmen: Die Yi liefert bislang die beste Bildqualität von One Shot Kameras im Consumer Bereich. Sie zeigt eine sehr hohe Detaildarstellung und die Videos sehen entsprechend knackig aus. Zudem kann man kleine Details sehen, die in bisherigen 360-Grad-Videos von anderen 4K One Shot Kamera nicht sichtbar sind. Auch die Bildschärfe sucht momentan noch ernst zunehmende Konkurrenz. Es gibt keine Verringerung der Schärfe, auch nicht in der Nähe der Stiching-Linie. Weitere Pluspunkte gibt es für die Dynamik, welche auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen gute Aufnahmen garantiert. Im Vergleich z.B. zu der Theta S gibt es bei der Yi kaum chromatische Aberration oder violette Farbsäume. Insbesondere bei weit-winkligen Objektiven ein oft zu sehendes Ärgernis.
Auch bei den Flares, welche u.a. entstehen wenn Sonnenstrahlen direkt in die Linse „zielen“, gibt es kaum Bildstörungen. Allerdings zeigen sich einige Artefakte. Im Vergleich zu anderen 360 Kameras ist dies aber jammern auf hohem Niveau.

Ton & Akku

Tontechnisch gibt es auch wenig zu meckern. Die Stereo-Mikrofone sorgen für einen wahren 360° Klang. So ist jeweils eins auf der Front- und auf der Rückseite verbaut.
Je nach genutzter Auflösung hat man ungefähr eine Stunde Akkulaufzeit, welche sich aber verlängert, wenn man z.B. eine Powerbank mittels USB-C Kabel an die Yi anschließt.

Weitere technische Spezifikationen zu der Kamera kann man sich auf der Yi Webseite anschauen.

Alles in allem bin ich super begeistert von dieser Kamera und ich denke, sie macht es zu einem großartigen Werkzeug. Vorstellbar sind Situationen, in denen man eine Talkshow mit vier Leuten an vier verschiedenen Seiten des Tisches machen könnte. Und ja richtig, jeder Teilnehmer wäre im Bild. Oder interessante Reportagen von faszinierenden Orten und und und…

Einen Überblick über weitere gute 360° Kameras gibt es im Artikel Welche 360 Grad ​​“One shot“ Kamera kaufen?