Stand Sommer 2020

Es vergeht wohl kaum eine Stunde oder Minute, gar Sekunde in welcher ein neues Vloggingvideo auf den diversen Portalen diese Welt publiziert wird. Alles diese Videos haben eines gemeinsam: Sie brauchten eine Kamera.

Mittlerweile gibt es auch eine Fülle von Kameras auf dem Markt, mit denen man mehr oder weniger gut Vlogs produzieren kann
Ich habe gerade darüber nachgedacht, was die derzeit besten Vlogging-Kameras sind. Neulich fragte mich ein Geschäftspartner, ob ich ihm eine Kamera empfehlen kann. Also mal hingesetzt und recherchiert: 

boy in blue dress shirt holding black selfie stick
Photo by Julia M Cameron on Pexels.com

Um die besten Vlogging-Kameras im Jahr 2020 bestimmen zu können, braucht es das Wissen, was denn so eine Kamera speziell für Vlogs ausmacht.

Was Vlogging-Kameras brauchen

Es gibt viele Dinge, die Kameras mitbringen und schön wären bzw. die wir wollen, die aber eigentlich nicht unbedingt nützlich fürs vloggen sind.

Aus meiner Sicht essentiell ist ein hochwertigen Flip-LCD-Bildschirm. Denn sinnvollerweise sollte ich mich jederzeit selber sehen können. Alternativ geht natürlich auch ein Aufsteckmonitor wie z.B. Lilliput A7s oder Feelworld FW568. Allerdings sind das Unkosten, die man sich sparen kann, wenn die Kamera einen ordentlichen Klapp-Monitor mit an Bord hat.

Was braucht es noch? Ein gutes, lichtstarkes Weitwinkelobjektiv (alles unter 45mm Brennweite und mindestens f2.8). Denn nichts ist blöder, als wenn man nur eine Gesichtshälfte sieht, während man mit der Kamera in der Hand filmt.

Selbstverständlich ist auch ein guter Autofokus ein Muss und schließlich braucht es für den guten Ton ein rauscharmes Mikrofon.

Soweit die Basics. Ideal, aber auch teuer, wäre noch ein Vollformatsensor. Denn dieser schafft es ausreichende Unschärfen im Hintergrund zu erzeugen, damit der Blick des Zuschauers beim Protagonisten bleibt.

Wichtig für alle Vlogger, die Ihre Kamera nicht auf einer festen Unterlage, wie z.B. einem Stativ, stehen haben ist eine vernünftige Stabilisierung. Diese kann durch drei Arten erzeugt werden. Zum einen durch eine Stabilisierung im Objektiv oder in der Kamera. Des weiteren gibt es Gimbels, welche die Verwacklungen der führenden Hand abmildern oder ganz beseitigen können.

Viele der beschriebenen Voraussetzungen erfüllen heutzutage schon Smartphone-Kameras. Doch muss man eines im Hinterkopf behalten. Die meisten Resultate sind Ergebnisse des Software-Fortschritts und nicht durch verbaute qualitativ hochwertige Hardware. Für erste Vlogging Versuche kann das aber schon ausreichend sein.

Actioncam zum Vloggen?

Wer allerdings ein bisschen Geld zur Verfügung hat, kommt mit einer Action-Kamera schon weiter. Großer Nachteil der meisten ist aber der fehlende Monitor auf der Seite der Linse sowie die schlechte Erweiterbarkeit. Eine fantastische Ausnahme bildet aber die Insta 360 One R. Diese ist zum einen modular aufgebaut und ermöglicht damit auch zukünftig Up-to-date zu bleiben. Zum anderen kann sie, und das ist wahrscheinlich der eigentlich Sinn der Kamera gewesen, 360° Fotos und Videos zu erstellen. Mich als Fotograf mit der Spezialisierung in der Erstellung von 360 Grad Panoramen und virtuellen Rundgängen ist die Insta 360 One R im Moment DIE Kamera für unterwegs.

Insta360 One R Action Kamera – Zwei Kameras in einem

Sicherlich ist eine Actioncam nicht das non plus ultra. Aber fürs Filmen in engen Räumen oder wenn es um möglich wenig Gewicht geht, ist dies sicherlich eine hervorragende Variante.

SLR und Systemkamera sind perfekte Vloggingkameras

Wer etwas mehr Geld ausgeben möchte bzw in der Lage dazu ist, der sollte sich auf jeden Fall Vollformatkameras der großen Hersteller wie Panasonic, Sony und Co anschauen. Ich persönlich empfehle gern Kameras von Canon, da ich mit dem System nun über 13 Jahre beruflich und „Ewigkeiten“ davor als Hobby arbeite. 

Ein günstiger Einstieg in das Vollformatthema ist die Canon EOS 6d Mark II (oder die 6d Mark I, wenn man die noch irgendwo zu kaufen bekommt). Großer Vorteil dieser Kamera ist nicht nur der für ein Vollformat günstige Preis, sondern der klappbare Monitor. Nachteilig wirkt sich allerdings die Größe des Bodies und die auf Full-HD begrenzte Auflösung im Videoformat aus. 

In beiden Punkten besser sind hingegen die Vollformat-Systemkameras von Canon, wie z.B die Canon RP. Sie sind klein, weil kein Spiegel mehr verbaut ist, bieten eine hervorragende Auflösung, inkl 4K, viele Anschlüsse und verfügen über schwenkbare Displays.

Aber wo Licht, da auch Schatten. Denn zum Stand Sommer 2020 ist es schwierig ein sehr gutes aber gleichzeitig preislich interessantes Weitwinkelobjektiv für Canons RF-Serie zu bekommen. Das Canon Zoomobjektiv RF 15-35mm F2.8L IS USM kostet mal eben um die 2500 Euro. Eine Menge Schotter, die man erst einmal wieder einspielen muss.

Abhilfe schaffen aber Adapter für z.B. EF-Mount-Objektive und/oder Objektive von Fremdherstellern, wie die fantastische Art-Serie von Sigma u.a.

Fazit

Vlogging braucht nicht zwangsläufig eine große Investition. Ein Start mittels Smartphone erzeugt in den meisten Fällen schon mal verwendbares Material. Wer das ganze Thema ein bisschen professionalisieren möchte und das entsprechende Kleingeld besitzt findet in diversen Systemkameras und Objektiven eine reichhaltige Auswahl in verschiedensten Preisklassen.

Hier nun meine Empfehlungen in Kurzform:

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